Wie viel Alkohol und Getränke für dein Event? Der Rechner-Guide

Stell dir vor: 21:30 Uhr auf einer Hochzeitsfeier. Die Tanzfläche ist gerade eröffnet. Der DJ spielt den einen Song, den alle angeblich peinlich finden, aber heimlich lieben. Und der Trauzeuge geht zur Bar, nur um festzustellen, dass nur noch lauwarmer Sekt und eine einzelne Flasche Gin übrig sind. Kein Tonic.
Auf dem eigenen Event die Getränke ausgehen lassen klingt nach einer Kleinigkeit, bis es passiert. Dann ist es das Einzige, woran sich alle erinnern. Die Kehrseite ist fast genauso schlimm: 15 Kisten Bier für eine cocktailbegeisterte Runde bestellen und dann monatelang auf ungeöffnete Flaschen in der Garage starren.
Die richtige Menge ist kein Ratespiel. Es gibt eine Formel. Aber die hat Variablen, die die meisten ignorieren. Gästeprofil, Eventdauer, Jahreszeit, Bar-Format. Hier erfährst du, wie du es richtig machst.
Die Ein-Getränk-pro-Stunde-Regel (und warum sie nur die halbe Wahrheit ist)
Der Branchenstandard ist simpel: ein Getränk pro Gast pro Stunde. Ein vierstündiges Event mit 100 Gästen bedeutet etwa 400 Getränke. Das ist deine Ausgangszahl.
Aber "ein Getränk" ist nicht eine Sorte. Deine 100 Gäste trinken nicht alle dasselbe. Eine typische Verteilung: 40% bevorzugen Bier, 30% Wein, 20% Cocktails oder Spirituosen und 10% bleiben bei alkoholfreien Optionen. Diese Prozente verschieben sich je nach Publikum massiv. Sommerparty im Garten? Bier steigt. Formelle Wintergala? Wein und Cocktails dominieren. Familienfeier mit Kindern? Alkoholfrei könnte 30% oder mehr sein.
Die erste Stunde ist fast immer die intensivste. Leute kommen an, sind gesellig und greifen sofort zum Glas. Danach flacht der Konsum ab. Wenn du eine Hochzeit mit Menü planst, bremst der Wein am Tisch den Spirituosenkonsum. Bei einer Stehparty wird mehr getrunken, weil die Hände frei sind und es weniger Essen gibt.
Der Erste-Stunde-Bonus: Rechne mit 1,5 Getränken pro Person in der ersten Stunde, danach etwa 0,8 pro Stunde. Besonders bei Events mit Sektempfang vor dem Dinner. Wenn du deine Event-Timeline darauf abstimmst, kannst du auch das Barpersonal besser planen.
Was kaufen: Aufschlüsselung nach Getränkeart
Ein konkretes Beispiel: Du planst eine Hochzeitsfeier mit 120 Gästen, fünf Stunden (eine Stunde Empfang, vier Stunden Dinner und Tanzen). Mit der Ein-Getränk-Regel plus Erste-Stunde-Bonus brauchst du circa 530 Getränke.
Bei einer 40/30/20/10-Verteilung über Bier, Wein, Spirituosen und Alkoholfrei sieht das in Flaschen so aus:
Bier
212 Portionen Bier. Eine Portion ist eine 0,33l-Flasche oder Dose. Aufrunden auf 220 Flaschen, also 9-10 Kisten à 24. Mindestens zwei Sorten anbieten, plus eine alkoholfreie Option. Niemand möchte als Fahrer den ganzen Abend Wasser trinken.
Wein
159 Portionen Wein. Eine 750ml-Flasche ergibt etwa 5 Gläser. Das sind 32 Flaschen. Erfahrene Caterer empfehlen, die Auswahl zu begrenzen: ein Sekt, zwei Weißweine, ein Rotwein. Das vereinfacht die Bestellung, reduziert Reste und hält den Barservice schnell.
Spirituosen und Cocktails
106 Portionen Spirituosen. Bei Signature-Cocktails (was die Sache handhabbar hält) rechne mit 16-18 Drinks pro Liter Basisspirituose. Das sind etwa 6-7 Liter gesamt. Wähle zwei Signature-Cocktails und bestücke entsprechend. Mixer nicht vergessen: Tonic, Soda, Saft. Du brauchst ungefähr das 1,5-fache Volumen an Mixern im Vergleich zu Spirituosen.
Alkoholfrei
53 Portionen alkoholfrei. Wasser zählt hier nicht mit. Wasser immer in großen Mengen bereitstellen, besonders bei Outdoor- oder Sommerevents. Als Faustregel: mindestens 350-500ml pro Person pro Stunde, zusätzlich zu allem anderen. Die 53 Portionen sind Softdrinks, Säfte, Mocktails und Sprudel. Diese Kategorie wird chronisch unterschätzt.
Diese Zahlen gelten für 120 Gäste über fünf Stunden. Skaliere linear für andere Größen, aber denk daran: die Verteilungsprozente sind wichtiger als die Gesamtzahl. Kenne dein Publikum.
Die Variablen, die die meisten vergessen
Die Formel bringt dich zu 80%. Die letzten 20% kommen davon, zu überlegen, was dein Event besonders macht.
Tageszeit. Ein Brunch-Event braucht einen Bruchteil des Alkohols einer Abendparty. Mimosas mittags? Weniger Volumen, anderes Sortiment. After-Party ab 22 Uhr? Höherer Pro-Kopf-Verbrauch.
Jahreszeit und Wetter. Sommerhitze zieht Leute zu leichteren Getränken: Bier, Weinschorle, Gin Tonic. Wasser- und Eisverbrauch steigt ebenfalls. Winterevents bedeuten mehr Rotwein, Whiskey und warme Cocktails. Wenn du ein Outdoor-Event planst, budgetiere 20% mehr Wasser und Softdrinks.
Essenssituation. Sitzendes Menü? Weniger Getränke pro Stunde, weil gegessen wird. Stehempfang mit leichten Häppchen? 20-30% mehr Getränke einplanen. Deshalb beeinflusst deine Sitzordnung indirekt auch dein Barbudget.
Gästeprofil. Eine Runde 25-35-Jähriger auf einer Geburtstagsparty trinkt deutlich mehr als eine Mehrgenerationen-Familienfeier. Wenn die Hälfte deiner Gäste unter 18 ist oder aus anderen Gründen keinen Alkohol trinkt, liegt der alkoholfreie Anteil vielleicht bei 30-40%. Bei Firmenevents moderiert die professionelle Umgebung den Konsum zusätzlich.
Bar-Format. Eine offene Bar mit vollem Cocktailprogramm animiert zu mehr Konsum als nur Bier und Wein. Cash-Bars senken den Verbrauch deutlich, können aber bei Feiern ungastlich wirken.
Schluss mit Kopfrechnen: Nutze einen Rechner
Die Berechnung einmal von Hand machen geht klar. Dreimal, weil sich die Gästezahl geändert hat, dann die Dauer, und dann fällt einem der Sektempfang ein? Dafür willst du ein Tool.
Photogala hat einen kostenlosen Getränkerechner, der die Variablen für dich berücksichtigt. Gästezahl, Eventdauer, prozentuale Verteilung eingeben, und du bekommst exakte Flaschenmengen. Keine Anmeldung nötig. Wenn du gleichzeitig dein Eventbudget planst, fließen die Zahlen direkt in deine Kostenplanung ein.
Weitere nützliche Gratis-Tools: der Gästelisten-Manager hilft, die Kopfzahl festzunageln (denn die Getränkeformel ist nur so gut wie deine RSVP-Liste), und der Venue-Kapazitätsrechner stellt sicher, dass dein Raum auch zur bestellten Menge passt.
Berechne deine Getränkemenge in 30 Sekunden
Bar-Format: Offen, Cash oder Mischform?
Bevor du Mengen berechnest, entscheide, was für eine Bar du betreibst. Diese Entscheidung ist größer, als die meisten Gastgeber ahnen.
Voll offene Bar heißt: Du zahlst alles. Gäste trinken frei. Goldstandard bei Hochzeiten und formellen Feiern. Rechne mit 15-20% mehr als die Basisformel, weil offene Bars höheren Konsum fördern. Teurer, aber deine Gäste fühlen sich wirklich eingeladen.
Nur Bier und Wein ist der kluge Kompromiss für viele Events. Einfachere Logistik, 30-40% weniger Kosten als eine volle Bar, kein Barkeeper-Profi nötig. Bei Geburtstagsfeiern und lockeren Feiern völlig ausreichend. Zwei Signature-Cocktails dazu, und du hast Persönlichkeit ohne Komplexität.
Cash-Bar funktioniert bei Firmenevents und lockeren Partys. Bei Hochzeiten wirkt es knauserig. Ein Mittelweg: Bier und Wein auf Kosten des Gastgebers, Cocktails auf eigene Rechnung.
Signature-Cocktails sparen Geld und bringen Persönlichkeit. Statt 15 verschiedene Spirituosen zu lagern, wähle zwei Cocktails passend zum Event-Thema. Ein Pärchen-Duo bei der Hochzeit. Ein Themen-Cocktail bei der Firmen-Weihnachtsfeier. Weniger Zutaten, schnellerer Service, und die Gäste lieben etwas Einzigartiges.
Was alle vergessen
Eis. Du brauchst viel mehr, als du denkst. Rechne mit 500-700g pro Person für Getränke, plus extra für Flaschenkühlung. Für 120 Gäste sind das 60-85 Kilo Eis. Klingt absurd, bis es um 20 Uhr ausgeht.
Gläser oder Becher. Bei echten Gläsern: 2x die Gästezahl bestellen (Leute stellen Gläser ab, vergessen sie, holen neue). Bei Einwegbechern: 3x. Solche Details gehen gerne unter, genau wie die Frage, ob man genug Fotos vom Event hat.
Garnituren und Mixer. Zitronen, Limetten, Minze, Oliven. Billig, aber ohne sie wirkt die Bar unfertig. Genauso Zuckersirup und Bitters für Cocktails.
Der Sektempfang. Falls geplant, brauchst du eine Flasche pro 6 Gäste (jede 750ml-Flasche ergibt 6 Flöten). Bei 120 Gästen: 20 Flaschen Sekt, zusätzlich zu allem anderen.
Den Abend festhalten, nicht nur die Getränke
Eine gut geplante Bar schafft Momente. Die furchtbare Rede des Trauzeugen mit Champagner. Die Freundesgruppe beim Anstoßen. Das ruhige Paar mit einem Glas Wein in der Ecke. Genau diese Momente fotografieren Gäste.
Die Frage ist nur, ob diese Fotos in 120 verschiedenen Kamerarollen verschwinden oder irgendwo landen, wo sie alle sehen können. Eine gemeinsame Fotogalerie per QR-Code einzurichten dauert zwei Minuten. Kein App-Download, keine Registrierung für Gäste nötig. Den QR-Code auf Tischkarten oder Servietten drucken, und die Leute scannen und laden direkt vom Handy hoch.

QR-Code auf die Barflaschen kleben. Gäste scannen beim Warten auf ihr Getränk.

QR-Code auf die Barflaschen kleben. Gäste scannen beim Warten auf ihr Getränk.

Jede Flasche wird zum Foto-Upload-Punkt.

Gästefotos erscheinen in Echtzeit auf dem Bildschirm.
Wenn du einen QR-Code in Barnähe platzierst, scannen Gäste ihn, während sie auf ihr Getränk warten. Tote Zeit, die sie sonst auf Instagram verbringen. Das Ergebnis: eine Live-Fotowand, die sich den ganzen Abend füllt, und eine vollständige Galerie mit spontanen Momenten am nächsten Morgen. Du kannst sogar Foto-Challenges einrichten, wie "bester Cocktail-Shot" oder "lustigste Toast-Reaktion", um Leute aktiv einzubinden.
Tipps zum Teilen hochauflösender Fotos nach dem Event oder zur Optimierung deiner iPhone-Kameraeinstellungen für schwache Barbeleuchtung lohnen sich vorher zu lesen.
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Galerie erstellenSchnellübersicht: Mengen pro 100 Gäste (4-Stunden-Event)
Die ganze Rechnerei von oben in einer Tabelle zusammengefasst. Finde dein Bar-Format, lies quer, und skaliere für deine tatsächliche Gästezahl.
Getränkemengen nach Bar-Typ
| Kategorie | Volle offene Bar | Nur Bier & Wein | Lockere Party |
|---|---|---|---|
| Bier (Flaschen/Dosen) | 160-180 | 200-220 | 240-260 |
| Weißwein (Flaschen) | 12-15 | 18-22 | 8-10 |
| Rotwein (Flaschen) | 8-10 | 12-15 | 5-8 |
| Sekt (Flaschen) | 8-10 | 10-12 | 4-6 |
| Spirituosen (Liter) | 8-10 | — | 4-6 |
| Mixer (Liter) | 12-15 | — | 6-8 |
| Softdrinks (Dosen) | 40-50 | 40-50 | 60-80 |
| Wasser (Liter) | 50-60 | 50-60 | 50-60 |
| Eis (kg) | 45-70 | 45-70 | 35-55 |
Diese Zahlen sind Startpunkte. Wenn du deine Gästeliste kennst und dein Publikum verstehst, passe zuerst die Verteilungsprozente an, dann die Gesamtmengen.
Die häufigsten Fehler
Für die falsche Zielgruppe einkaufen. Wenn deine Gäste Biertrinker sind, richte keine Craft-Cocktail-Bar ein, weil es schicker aussieht. Kaufe, was Leute tatsächlich trinken. Ungeöffnete Flaschen lassen sich oft zurückgeben (vorher fragen).
Nicht-Trinker ignorieren. 10% alkoholfrei als Standard ist ein Minimum, kein großzügiges Angebot. Bei Familienfeiern mit Kindern und älteren Verwandten budgetiere 25-35% alkoholfrei. Gute Mocktails, hochwertiges Sprudelwasser und interessante Limonaden sorgen dafür, dass sich Nicht-Trinker einbezogen fühlen.
Rückgabepolitik vergessen. Viele Getränkehändler nehmen ungeöffnete Flaschen zurück. Das verändert die Rechnung komplett. 10-15% mehr bestellen mit Rückgabe-Option, und du hast nie zu wenig. Ohne Rückgabemöglichkeit bleibst du auf allem sitzen.
Kein Wasserplan. Gäste trinken mehr Wasser als erwartet, besonders bei Abendevents mit viel Alkohol. Verdopple, was du denkst. Es ist der billigste Posten auf der Liste und der peinlichste, wenn er ausgeht.
Die besten Events gehen nirgendwo aus. Und die besten Erinnerungen an diese Events? Sind die, die jemand tatsächlich festgehalten hat. Eine gut bestückte Bar hält die Stimmung. Eine gemeinsame Fotogalerie hält die Beweise.
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Ich bin überzeugt, dass Eventfotos mehr sein sollten als statische Galerien. Sie sollten lebendig, spielerisch und unvergesslich sein.
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